»Der Wille, der sich die Welt baut.« Mit offenen Augen in den Untergang. Deutsche Auswanderer in Persien 1924.

In den 1920er-Jahren zogen Deutsche aus der krisengeschüttelten Weimarer Republik ausgerechnet nach Persien – warum, und was bedeutet es für heute? Dieses Buch erzählt packend und quellennah von Aufbruch und Irrtum, Hoffnung und Härte: von Siedlungsplänen zwischen Modernisierungsschub und Revolution, von Bürokratie, Devisennot und politischer Unsicherheit in Deutschland – und von der berüchtigten Expedition des Artilleriehauptmanns Schmude und seinem GEROPERS-Projekt, die an Geldmangel, Fehlinformation und mangelnder Vorbereitung katastrophal scheiterte. Gleichzeitig zeigt es, wie Reza Schahs Öl- und Infrastrukturprojekte Ausländern zwar Chancen versprachen – die aber unerreichbar blieben, weil die Auswanderer nichts über Sprache, Klima, Recht und Kultur Persiens wussten.

Hundert Jahre später wirken die Lektionen erstaunlich aktuell: Migration bleibt multikausal, Mythen sind teuer, blinder Glaube führt in den Untergang, Netzwerke und Wissen entscheiden. Dieses Buch verbindet moderne Recherche mit historischer erzählerischer Kraft und macht sichtbar, wie dünn die Grenze zwischen Pioniergeist und Selbsttäuschung ist – damals wie heute.
Ein klärender Blick auf ein fast vergessenes Auswanderermärchen, das zum Albtraum wurde und welches lehrt, dass man Auswanderung realistisch plant – oder besser lässt.

Die Originalfassung der Reisereportage Cheskel Zwi Klötzels von 1925 wurde überarbeitet, ergänzt und an die neue deutsche Rechtschreibung angepasst. Mit 87 aufwendig restaurierten historischen Fotografien, Aktendokumenten, Zeitungsausschnitten und Karten.

Die Originalausgabe war eine wichtige Quelle für die Recherche zum Roman „Himmelsleiter“ (Link).

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Description

»Der Wille, der sich die Welt baut.« Mit offenen Augen in den Untergang. Deutsche Auswanderer in Persien 1924. 2Cheskel Zwi Klötzel (1891–1951) war ein deutscher Journalist und Autor, der, ebenso wie die viel bekannteren Egon Erwin Kisch oder Kurt Tucholsky, in der Zwischenkriegszeit mit präzise beobachteten Reportagen und recherchierten Sachbüchern hervortrat. Einem breiteren Publikum wurde er durch seine ehrlichen und stimmungsvollen Reise- und Auswanderungsberichte über Persien (Iran) bekannt, die er 1924 zunächst als Artikelserie veröffentlichte und 1925/26 zu „Die Straße der Zehntausend“ bündelte. Darin begleitete und analysierte er die Schmude-Expedition (GEROPERS) nach Persien – kritisch, quellennah und mit einem deutlichen Warnruf vor blauäugigen Auswanderungsabenteuern.

Eine ausführliche Einleitung von Prof. Dr. Dr. habil. Stefan Piasecki führt ein in die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Bedingungen Deutschlands und Persiens der Zwischenkriegszeit, beleuchtet auch diplomatische Hintergründe und setzt sie in den Kontext zu modernen Migrationsentwicklungen.

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