Edmund Jaroljmek: Ich lebte in Nah-Ost (1942) (Biografe)

„Persien, heute Iran, ist eines der Länder, die aufgrund ihrer geographischen Lage und ihrer natürlichen Reichtümer von jeher die Gefahrenzentren der Weltpolitik sind. Was für eine Rolle spielt dieses Land, immerhin dreimal so groß wie Frankreich, im Schachspiel der Großmächte? Wie lebt der Mensch dort und was wird er – früher oder später – zur Lösung der Probleme beitragen, die uns alle bewegen?“

 Diese Fragen stellte Edmund Jaroljmek bereits 1942. Er leitete in den 1920er Jahren mit dem Junkers Luftverkehr Persien die erste zivile Fluggesellschaft in Iran und war Augenzeuge der Modernisierung des Landes durch den Bau von Eisenbahnen, die Anlage eines weitverzweigten Straßennetzes, den Siegeszug des Automobils, die Aufstellung eines schlagkräftigen Heeres und die Reform fast des gesamten Lebensstils nach europäischem Muster. Innerhalb nur weniger Jahre wurde ein Land der Stämme und Nomaden brutal modernisiert. Ein Land, jenseits der Hektik moderner industrialisierter und vernetzter Staaten und doch Opfer von Imperialismus und Weltkrieg.

Jaroljmek kannte seit Anfang des 20. Jahrhunderts die persischen Verhältnisse bis in Einzelheiten hinein und war persönlich bekannt mit dem Schah und seinen Ministern. Der Schatz seiner Erfahrung ermöglicht es auch noch heute, zu einer eigenen Urteilsfindung über den Iran beizutragen.

Das Buch wird eingeleitet durch ein zeitgenössisches Vorwort von Friedrich-Werner von der Schulenburg, ehem. dt. Gesandter in Persien und letzter deutscher Botschafter in Moskau. Er wurde als Mitverschwörer des 20. Juli 1944 zum Tode verurteilt und hingerichtet.

Der Text der Originalausgabe von 1942 wurde an die aktuelle deutsche Rechtschreibung angepasst sowie ergänzt und kommentiert. Mit 108 historischen Fotografien und Karten.

Die Originalausgabe war eine wichtige Quelle für die Recherche zum Roman „Himmelsleiter“ (Link).

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Description

„Ich lebte in Nah-Ost“: Die 1942 erstmals erschienenen Memoiren des Geschäftsführers der ersten iranischen Fluglinie berichten von der Transformation persischer Kultur und Gesellschaft seit Beginn des 20. Jahrhunderts.

Wer mehr wissen will über

  • Irans historische Lage und seine natürlichen Reichtümer,
  • die strategische Bedeutung im „Schachspiel“ der Großmächte in der ersten Hälfte des 20. Jh.,
  • die Lebensumstände der Bevölkerung,
  • den Aufbau der zivilen Luftfahrt (Junkers Luftverkehr Persien) in den 1920er-Jahren,
  • die Entwicklung der Infrastruktur: Eisenbahnbau, Straßennetz, Automobilisierung,
  • über europäisch geprägte Lebensstilreformen, …

Wer verstehen möchte, wie

  • ein Übergang von Stammes- und Nomadenstrukturen zu einem „brutal“ modernisierten Staat innerhalb weniger Jahre ablief,
  • Imperialismus und Weltkriegseinflüsse eine Kultur verändern,
  • Europäer durch vielfältige Begegnungen und persönliche Kontakte zum Schah und zu Ministern die Transformation des Irans erlebten und beförderten,

… für all jene bieten die Memoiren des Edmund Jaroljmek einen Beitrag zu einer eigenständigen Beurteilung auch des modernen Iran.

Interessierte an deutscher Diplomatiegeschichte finden zudem ein Vorwort von Friedrich-Werner von der Schulenburg (ehem. deutscher Gesandter in Persien, letzter Botschafter in Moskau), der mit Jaroljmek befreundet war.

Diese Neuausgabe wurde modernisiert, ergänzt und kommentiert. Enthalten ist die Textfassung von 1942, die um Elemente der 1951 erschienen Neuauflage erweitert wurde. Die Neuauflage von 1951 bot zwei neue Kapitel, es fehlten jedoch etliche Abschnitte und vor allem NS-typische Formulierungen. Diese Neuherausgabe beinhaltet beides, in den Kontext gesetzt und kommentiert. Inhaltliche Fehler des Autors wurden ebenfalls in Fußnoten korrigiert. Problematische Textstellen, Ergänzungen und Auslassungen wurden markiert.

So ist nicht nur ein faszinierendes und spannendes historisches Persien-Lesebuch entstanden, sondern auch ein Studienobjekt, das eine Textanalyse zulässt von Äußerungen Jaroljmeks über Iran während des Zweiten Weltkrieges und danach. Es ist sowohl ein Zeitzeugnis der deutschen Diplomatie, der Technikentwicklung, der internationalen Luftfahrt als auch spezifisch der Firma Junkers und des Grafen Schulenburg, des letzten deutschen Botschafters in Moskau und ehemaligen Gesandten in Persien.

Und vor allem ist es auch eine Liebeserklärung Jaroljmeks an das historische Persien vor genau 100 Jahren. Ein Land und eine Kultur, die seitdem von vielfältigen Umbrüchen betroffen sind.

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