Description
„Ich lebte in Nah-Ost“: Die 1942 erstmals erschienenen Memoiren des Geschäftsführers der ersten iranischen Fluglinie berichten von der Transformation persischer Kultur und Gesellschaft seit Beginn des 20. Jahrhunderts.
Wer mehr wissen will über
- Irans historische Lage und seine natürlichen Reichtümer,
- die strategische Bedeutung im „Schachspiel“ der Großmächte in der ersten Hälfte des 20. Jh.,
- die Lebensumstände der Bevölkerung,
- den Aufbau der zivilen Luftfahrt (Junkers Luftverkehr Persien) in den 1920er-Jahren,
- die Entwicklung der Infrastruktur: Eisenbahnbau, Straßennetz, Automobilisierung,
- über europäisch geprägte Lebensstilreformen, …
Wer verstehen möchte, wie
- ein Übergang von Stammes- und Nomadenstrukturen zu einem „brutal“ modernisierten Staat innerhalb weniger Jahre ablief,
- Imperialismus und Weltkriegseinflüsse eine Kultur verändern,
- Europäer durch vielfältige Begegnungen und persönliche Kontakte zum Schah und zu Ministern die Transformation des Irans erlebten und beförderten,
… für all jene bieten die Memoiren des Edmund Jaroljmek einen Beitrag zu einer eigenständigen Beurteilung auch des modernen Iran.
Interessierte an deutscher Diplomatiegeschichte finden zudem ein Vorwort von Friedrich-Werner von der Schulenburg (ehem. deutscher Gesandter in Persien, letzter Botschafter in Moskau), der mit Jaroljmek befreundet war.
Diese Neuausgabe wurde modernisiert, ergänzt und kommentiert. Enthalten ist die Textfassung von 1942, die um Elemente der 1951 erschienen Neuauflage erweitert wurde. Die Neuauflage von 1951 bot zwei neue Kapitel, es fehlten jedoch etliche Abschnitte und vor allem NS-typische Formulierungen. Diese Neuherausgabe beinhaltet beides, in den Kontext gesetzt und kommentiert. Inhaltliche Fehler des Autors wurden ebenfalls in Fußnoten korrigiert. Problematische Textstellen, Ergänzungen und Auslassungen wurden markiert.
So ist nicht nur ein faszinierendes und spannendes historisches Persien-Lesebuch entstanden, sondern auch ein Studienobjekt, das eine Textanalyse zulässt von Äußerungen Jaroljmeks über Iran während des Zweiten Weltkrieges und danach. Es ist sowohl ein Zeitzeugnis der deutschen Diplomatie, der Technikentwicklung, der internationalen Luftfahrt als auch spezifisch der Firma Junkers und des Grafen Schulenburg, des letzten deutschen Botschafters in Moskau und ehemaligen Gesandten in Persien.
Und vor allem ist es auch eine Liebeserklärung Jaroljmeks an das historische Persien vor genau 100 Jahren. Ein Land und eine Kultur, die seitdem von vielfältigen Umbrüchen betroffen sind.